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Aus dem Kölner Stadt-Anzeiger vom 30.01.2004
Mein kurzes Statement unten.
Angst vor Hormonen genommen
Hormonexperten konnten am Service-Telefon des „Kölner Stadt-Anzeiger“ Hunderten verunsicherten Frauen Tipps geben.

„Diese Aktion ist die beste Beruhigungspille für mich.“ - Viele der Anruferinnen reagierten ähnlich dankbar wie diese Patientin, nachdem sie mit einem der sechs Spezialisten während des dreistündigen Telefonmarathons gesprochen und fachlichen Rat eingeholt hatte. Die meisten der Frauen hatten im vergangenen Sommer abrupt ihre Hormonersatztherapie abgebrochen, nachdem internationale Studien den Verdacht genährt hatten, dass diese Behandlung Brustkrebs begünstige.

Das sei weit übertrieben, betonten die Ärzte an der Hotline im Neven DuMont Haus. Die Ergebnisse der Studien seien in der Öffentlichkeit falsch interpretiert, es sei Panik gemacht worden. Nach wie vor sei gegen massive Wechseljahrbeschwerden wie Hitzewallungen, Depressionen oder Leistungsschwund eine gut dosierte, ärztlich kontrollierte Hormongabe bei Frauen ohne familiäres Brustkrebsrisiko oder Thromboseneigung die wirkungsvollste Therapie. Ein abruptes Abrechen der Therapie halten die Experten für falsch. „Nach individueller Beratung sollte man sich langsam aus der Hormoneinnahme herausschleichen“, empfiehlt Professor Thomas Römer.

„So wenig wie möglich und so viel wie notwendig Hormone“ - das versucht Dr. Sema Eren auszubalancieren. Außerdem hält sie viel vom Einsatz pflanzlicher Mittel, zum Beispiel einem Soja-Präparat mit dem Wirkstoff Isoflavone. Helfen diese nicht, und treten nach vorübergehendem Absetzen die Beschwerden massiv auf, „dann sind das keine Befindlichkeitsstörungen, sondern klimakterische Probleme, die schon einen Krankheitswert haben könnten“. Barbara Fervers-Schorre: „Die Frauen sollten dann mit einer niedrigen Dosierung wieder einsteigen.“ Für Professor Friedrich Wolff ist grundsätzlich nach vier bis fünf Jahren Therapie ein Auslassversuch empfehlenswert.


(KStA)

Häufig gestellte Fragen zur Ersatztherapie:

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Gibt es Frauen, die trotz einer Hormonersatztherapie leiden?

FRIEDRICH WOLFF: Die gibt es. Aber da muss man dann an andere Erkrankungen denken - unter anderem Schilddrüse, Herz-Kreislauf.

Da meine Schwester Brustkrebs hat, habe ich meine gering dosierte Hormontherapie abgebrochen. Jetzt habe ich wieder massive Beschwerden.

GERDA ENDERER: Wenn die Schwester den Brustkrebs entwickelt hat, ohne selbst Hormone genommen zu haben, können Sie mit ihrer Hormontherapie wieder beginnen.

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Wie groß ist die Gefahr, durch eine Hormonbehandlung Brustkrebs zu bekommen?

BARBARA FERVERS-SCHORRE: Hormone verursachen keinen Brustkrebs. Sie begünstigen nur vorhandene Tumore im Wachstum. Grundsätzlich liegt das Risiko jeder Frau bei zehn Prozent. Bei der Einnahme von Östrogenen gegen Wechseljahresbeschwerden erhöht sich das Risiko zusätzlich um ein bis fünf Promille.

Wie kommt es zu den irreführenden Studienergebnissen?

GERDA ENDERER: Das Problem bei den vorgelegten Studien ist, dass die Probanden größtenteils aus Risikogruppen kamen. Bei der US-Studie waren es Frauen jenseits der Wechseljahre, viele von ihnen übergewichtig, mit Bluthochdruck oder Diabetes.

Ich bin 36 Jahre und mir wurden die Eierstöcke entfernt. Muss ich Hormone einnehmen?

PETER MALLMANN: Auf jeden Fall. Das frühe Einleiten der Wechseljahre muss grundsätzlich mit Hormonen behandelt werden.

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Ich nehme seit 30 Jahren hoch dosiertes Presomen und muss jetzt am Knie operiert werden. Soll ich das Medikament absetzen?

SEMA EREN: Wegen der Thrombosegefahr nach einer OP sollten sie es in der hohen Dosierung auf jeden Fall absetzen.

Ich bin Mitte 40 und starke Raucherin. Seit einiger Zeit habe ich starke Blutungsstörungen. Soll ich jetzt die Pille nehmen?

THOMAS RÖMER: Grundsätzlich kann man Blutungsstörungen in der Übergangsphase zu den Wechseljahren gut mit Hormonen behandeln. Vielen Frauen kann man dadurch eine Gebärmutterentfernung ersparen. Bei Raucherinnen ist die Einnahme eines Gelbkörperhormons besser als eine Pille.

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Ich benutze ein Hormonpflaster und habe immer wieder Schwankungen in meinem Hormonspiegel.

THOMAS RÖMER: Um einen gleichmäßigen Spiegel zu haben, ist es bei den Hormonpflastern wichtig, dass sie genau nach Vorschrift aufgetragen werden - ein Drei-Tage-Pflaster muss wirklich alle drei Tage erneuert werden, ein Wochenpflaster eben wöchentlich.

Ich bin 65. Soll ich zum Schutz vor Osteoporose Hormone einnehmen?

FRIEDRICH WOLFF: Nein. Allein Osteoporose ist kein Grund zur Einnahme von Hormonen. Da gibt es Präparate zur gezielten Knochenaufbauförderung.

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Ich habe eine Thrombose. Kann ich eine Hormonersatztherapie beginnen?

THOMAS RÖMER: Wenn überhaupt, sollten Sie die Östrogene über die Haut aufnehmen, also durch ein Pflaster oder Gel.

GERDA ENDERER: Östrogene öffnen zum einen die Gefäße und sorgen so für eine bessere Durchblutung. Andererseits aber werden sie, wenn sie in Tablettenform aufgenommen werden, über die Leber abgebaut, was wiederum die Gerinnungsfähigkeit und somit die Thromboseneigung erhöht.

Ich bin viermal auf Grund gutartiger Knoten an der Brust operiert worden. Kann ich eine Hormonersatztherapie machen?

FRIEDRICH WOLFF: Die Knotenbildung ist ein Signal für ein erhöhtes Brustkrebsrisiko. Deshalb sollte man von einer Therapie absehen.

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Seit 25 Jahren nehme ich, heute 67 Jahre alt, Hormone. Mir ging es damit richtig gut. Aus Angst habe ich sie abgesetzt, und nun leide ich entsetzlich, habe keine Freude mehr am Leben.

SEMA EREN: Das muss nicht sein. War in den 25 Jahren, in denen Sie unter der Hormonersatztherapie standen alles in Ordnung, dann können Sie - unter Kontrolle - durchaus wieder einsteigen.


(KStA)

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Mein persönliches Statement: Die Mediendarstellung meiner Meinung zu diesem sehr sensiblen Thema (Hormonersatztherapie) ist hier durch mich im Internet nicht zu erwarten. Diese Fragen werden jeweils ganz individuell in persönlichen Gesprächen mit der Patientin erörtert und Lösungen erarbeitet mit dem Hintergrund einer langjährigen klinischen Erfahrung und nach modernster wissenschaftlicher Erkenntnis. Zu loben sind der Kölner Stadt-Anzeiger und meine verehrten, mir persönlich bekannten Kolleginnen/Kollegen, dass sie sich im Kölner Raum bemüht haben, vielen verunsicherten Patientinnen Rat zu geben. Ihnen gebührt unser aller Dank!

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24.10.2004

 
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