Gibt es Frauen, die trotz einer
Hormonersatztherapie leiden?
FRIEDRICH WOLFF: Die gibt es. Aber da muss man
dann an andere Erkrankungen denken - unter anderem
Schilddrüse, Herz-Kreislauf.
Da meine Schwester Brustkrebs hat,
habe ich meine gering dosierte Hormontherapie
abgebrochen. Jetzt habe ich wieder massive
Beschwerden.
GERDA ENDERER: Wenn die Schwester den Brustkrebs
entwickelt hat, ohne selbst Hormone genommen zu
haben, können Sie mit ihrer Hormontherapie wieder
beginnen.
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Wie groß ist die Gefahr, durch
eine Hormonbehandlung Brustkrebs zu bekommen?
BARBARA FERVERS-SCHORRE: Hormone verursachen
keinen Brustkrebs. Sie begünstigen nur vorhandene
Tumore im Wachstum. Grundsätzlich liegt das Risiko
jeder Frau bei zehn Prozent. Bei der Einnahme von
Östrogenen gegen Wechseljahresbeschwerden erhöht
sich das Risiko zusätzlich um ein bis fünf
Promille.
Wie kommt es zu den irreführenden
Studienergebnissen?
GERDA ENDERER: Das Problem bei den vorgelegten
Studien ist, dass die Probanden größtenteils aus
Risikogruppen kamen. Bei der US-Studie waren es
Frauen jenseits der Wechseljahre, viele von ihnen
übergewichtig, mit Bluthochdruck oder Diabetes.
Ich bin 36 Jahre und mir wurden die
Eierstöcke entfernt. Muss ich Hormone einnehmen?
PETER MALLMANN: Auf jeden Fall. Das frühe
Einleiten der Wechseljahre muss grundsätzlich mit
Hormonen behandelt werden.
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Ich nehme seit 30 Jahren hoch
dosiertes Presomen und muss jetzt am Knie operiert
werden. Soll ich das Medikament absetzen?
SEMA EREN: Wegen der Thrombosegefahr nach einer
OP sollten sie es in der hohen Dosierung auf jeden
Fall absetzen.
Ich bin Mitte 40 und starke
Raucherin. Seit einiger Zeit habe ich starke
Blutungsstörungen. Soll ich jetzt die Pille nehmen?
THOMAS RÖMER: Grundsätzlich kann man
Blutungsstörungen in der Übergangsphase zu den
Wechseljahren gut mit Hormonen behandeln. Vielen
Frauen kann man dadurch eine Gebärmutterentfernung
ersparen. Bei Raucherinnen ist die Einnahme eines
Gelbkörperhormons besser als eine Pille.
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Ich benutze ein Hormonpflaster und
habe immer wieder Schwankungen in meinem
Hormonspiegel.
THOMAS RÖMER: Um einen gleichmäßigen Spiegel
zu haben, ist es bei den Hormonpflastern wichtig,
dass sie genau nach Vorschrift aufgetragen werden -
ein Drei-Tage-Pflaster muss wirklich alle drei Tage
erneuert werden, ein Wochenpflaster eben
wöchentlich.
Ich bin 65. Soll ich zum Schutz vor
Osteoporose Hormone einnehmen?
FRIEDRICH WOLFF: Nein. Allein Osteoporose ist
kein Grund zur Einnahme von Hormonen. Da gibt es
Präparate zur gezielten Knochenaufbauförderung.
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Ich habe eine Thrombose. Kann ich
eine Hormonersatztherapie beginnen?
THOMAS RÖMER: Wenn überhaupt,
sollten Sie die Östrogene über die Haut aufnehmen,
also durch ein Pflaster oder Gel.
GERDA ENDERER: Östrogene öffnen zum einen die
Gefäße und sorgen so für eine bessere
Durchblutung. Andererseits aber werden sie, wenn sie
in Tablettenform aufgenommen werden, über die Leber
abgebaut, was wiederum die Gerinnungsfähigkeit und
somit die Thromboseneigung erhöht.
Ich bin viermal auf Grund
gutartiger Knoten an der Brust operiert worden. Kann
ich eine Hormonersatztherapie machen?
FRIEDRICH WOLFF: Die Knotenbildung ist ein Signal
für ein erhöhtes Brustkrebsrisiko. Deshalb sollte
man von einer Therapie absehen.
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Seit 25 Jahren nehme ich, heute 67
Jahre alt, Hormone. Mir ging es damit richtig gut.
Aus Angst habe ich sie abgesetzt, und nun leide ich
entsetzlich, habe keine Freude mehr am Leben.
SEMA EREN: Das muss nicht sein. War in den 25
Jahren, in denen Sie unter der Hormonersatztherapie
standen alles in Ordnung, dann können Sie - unter
Kontrolle - durchaus wieder einsteigen.
(KStA)
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Mein
persönliches Statement: Die Mediendarstellung
meiner Meinung zu diesem sehr sensiblen Thema
(Hormonersatztherapie) ist hier durch mich im
Internet nicht zu erwarten. Diese Fragen werden
jeweils ganz individuell in persönlichen Gesprächen
mit der Patientin erörtert und Lösungen erarbeitet
mit dem Hintergrund einer langjährigen klinischen
Erfahrung und nach modernster wissenschaftlicher Erkenntnis.
Zu loben sind der Kölner Stadt-Anzeiger und meine
verehrten, mir persönlich bekannten Kolleginnen/Kollegen, dass sie sich im
Kölner Raum bemüht haben, vielen verunsicherten
Patientinnen Rat zu geben. Ihnen gebührt unser
aller Dank!
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