Aufklärung über die Impfung gegen Humane Papillomviren
(HPV)
Mit den folgenden Informationen möchten wir über
Erkrankungen aufklären, die durch Humane Papillomviren verursacht werden können und über die Impfung gegen
diesen Erreger, um Ihnen die Entscheidung zur Teilnahme an einer Impfung zu erleichtern:
Was sind Humane Papillomviren, wo kommen sie vor, wie
werden sie übertragen und welche Erkrankungen können sie verursachen
Papillomviren sind kugelförmige, unbehüllte Viren. Die
Übertragung erfolgt hauptsächlich über direkten Haut- oder Schleimhautkontakt, in der Mehrzahl aller Fälle beim
Geschlechtsverkehr. Die Übertragung kann dabei auch beim nicht-penetrativen Sexualkontakt erfolgen. In seltenen
Fällen kann das Virus bei der Geburt oder durch verunreinigte Gegenstände übertragen werden. Über 70% aller sexuell
aktiven Frauen und Männer durchlaufen mindestens einmal im Leben eine
HPV-Infektion. Der Häufigkeitsgipfel
einer HPV-Infektion liegt zwischen dem 18. und 26. Lebensjahr.
Allerdings führt in vielen Fällen die Infektion mit
HPV nicht zu einer Erkrankung, sondern das Immunsystem hilft erfolgreich den Errreger aus dem Körper zu verdrängen.
Jedoch können Humane Papillomviren nach der Infektion bestimmter Hautzellen, der
s.g. Basalzellen, zu
krankhaften Veränderungen der Haut- und Schleimhaut insbesondere im Anogenitalbereich führen. Diese können sich zu
Krebsvorstufen des Gebärmutterhalses, der Vagina und Vulva weiterentwickeln und führen unbehandelt zum Krebs der
betroffenen Organe. Darüber hinaus verursachen sie sowohl Haut- als auch Genitalwarzen. Von den bislang über 100
verschiedenen HPV-Typen, befallen ca. 50 ausschließlich den Menschen. Von besonderer Bedeutung sind in diesem
Zusammenhang zwei krebserregende Hochrisikotypen (Typ 16 und 18). Diese beiden Typen sind in Europa für
75% aller Fälle des Gebärmutterhalskrebses verantwortlich.
Die für den Betroffenen psychisch enorm belastenden und
schwierig zu behandelnden Genitalwarzen werden zu 90% durch die Niedrigrisiko-Typen 6 und 11 verursacht.
Wie können HPV-Infektionen behandelt werden
Eine spezifische antivirale Therapie der HPV-Infektionen
gibt es bislang nicht. Die Behandlung ist abhängig vom Stadium der Erkrankung. Bestimmte Formen der durch HPV
verursachten Erkrankungen werden engmaschig durch wiederholte Abstriche und/oder Untersuchungen der
betroffenen Organe kontrolliert. Verändertes Gewebe wird im Bedarfsfall chirurgisch entfernt.
Gebärmutterhalskrebs wird in Abhängigkeit vom Stadium
durch einen chirurgischen Eingriff, Strahlen- und/oder Chemotherapie behandelt, wobei der Erfolg der Therapie
stark vom Stadium der Erkrankung abhängig ist. Die Patienten bleiben potentielle Überträger des Virus.
Auch die Behandlung von Genitalwarzen ist langwierig und oft schmerzhaft. Keine der Therapien kann dauerhaft einen
dauerhaften Behandlungserfolg garantieren. Rückfälle treten häufig auf und in seltenen Fällen können sich
Karzinome der Geschlechtsorgane entwickeln.
Welchen Nutzen hat die HPV-Impfung für den Einzelnen
und für die Allgemeinheit
An Gebärmutterhalskrebs erkranken in Deutschland
jährlich ca. 6.500 Frauen, ca. 2.000 Erkrankte versterben. Die durch HPV hervorgerufenen Veränderungen im Bereich des
Gebärmutterhalses werden bisher durch spezielle Reihenuntersuchungen erfasst. Diese Programme haben zwar
das Risiko, an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken verringert, verhindern aber nicht die Infektion mit HPV
und sich daraus ergebende Schleimhaut-Veränderungen, die Krebsvorstufen darstellen. Viele der
Gebärmutterhalskrebse werden bei Frauen diagnostiziert, die nie oder
selten beziehungsweise unregelmäßig an den
Reihenuntersuchungen teilgenommen hatten. Von Genitalwarzen sind in Europa ca. 1% der Bevölkerung vor allem zwischen dem
15. und 25. Lebensjahr betroffen. Jedes Jahr treten in Europa bei etwa 225.000 Personen Genitalwarzen neu auf.
Ein HPV-Impfstoff soll einen sicheren Schutz vor dem
Gebärmutterhalskrebs und dessen Vorstufen bieten und somit helfen Leben zu retten. Darüber hinaus reduziert ein
solcher Impfstoff die Anzahl der auffälligen oder unklaren diagnostischen Befunde und die Anzahl der Patientinnen,
die sich einer belastenden und schmerzhaften Therapie unterziehen müssen. Geringer wird auch die Zahl der
Patienten, die wegen Genitalwarzen einer Behandlung bedürfen.
Welche Bestandteile enthält der Impfstoff
Der Impfstoff enthält geringe Mengen von vier
gentechnologisch hergestellten, dem eigentlichen Erreger sehr ähnlich gebauten Eiweißmolekülen. Allerdings enthalten diese
Moleküle keinerlei Erbinformationen der Humanen Papillomviren, so dass eine Infektion mit dem Impfstoff
nicht möglich ist. Diese vier Einweißmoleküle sind an ein Aluminiumsalz gebunden. Sonstige Bestandteile sind
Kochsalz, die Aminosäure Histidin, Polysorbat 80, Natriumborat und Wasser für Injektionszwecke.
© Forum Impfen e.V. Postfach 1126
67352 Römerberg
uns wurde dieses Blatt auf
einer CD zur Vervielfältigung zur Information unserer Patientinnen am
15.01.2007 überreicht